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Kultur für Kinder – mnogovrsne mogućnosti za dicu

Veröffentlicht am 9 April 2020 in Aktuell

Tiere, Tanzen, Traumtransporter

Es muss nicht immer Peppa Wutz oder PAW Patrol sein: Österreichische Kulturinstitutionen zeigen zunehmend online, was man im Quarantänealltag mit Kindern alles machen kann. Im Aktivitätenpotpourri finden sich Lesungen, Bastel- und Experimentiertipps und Singeinheiten mit den Sängerknaben – für Eltern auf Ideensuche oder auch für jene, die ihre Kinder einmal guten Gewissens vor den Bildschirm setzen wollen.

Basteln und Sachwissen aus den Museen

„Sachen selber machen“ ist bei den österreichischen Museen in Zeiten des Shutdowns großgeschrieben: Das Mumok öffnet online die Türen seines Kinder-Ateliers. Die Kunsthalle Wien lädt – ganz ähnlich gestrickt – zur wöchentlichen Bastelserie für die Familie: Den Beginn macht etwa ein „Traumtransporter“, der den Traumfänger mit DYI-Charme aus der Esoterikecke holt.
Viel Zeit zu Hause bringt für die Youngsters auch viel Zeit für Experimente: Wer sich einen kontrollierten Rahmen herbeiwünscht, der wird auf der Website des Technischen Museums fündig. Vom „Müllsack-Ballon“ bis hin zu „Blitze am Küchensieb“ – die Liste ist lang und vielversprechend. Experimentiert wird vorrangig mit dem, was sowieso zu Hause lagert.

Gespannt sein darf man, was sich bald auf „ZOOM selber machen“ tut: Seit dem 25. März ruft das Wiener Kindermuseum auf, die eigenen Projekte online zu stellen. Schon jetzt gibt es ein paar Vorschläge frei Haus in den Kategorien „Musikinstrumente selber bauen“, „Bewegungsspiele“, „Trickfilm“ sowie – für die Seelenhygiene in der vielen Zu-Hause-Zeit – einen virtuellen Beschwerdebriefkasten, der in einem gesungenen Beschwerdegewitter münden soll.
Zoom Kindermuseum „Zoom selber machen“: Auf der Website des Wiener Kindermuseums gibt es jetzt schon jede Menge Tipps für lange Vor- und Nachmittage – bald sollen Videos, Texte, Lieder und Sounds von Kindern folgen

Wer coole und kindgerechte Museumsführungen sucht, wird beim Kunsthistorischen Museum Wien fündig. Das Onlinetourprogramm ist jetzt auch auf Kinder ausgedehnt, vielsprechend etwa „Monsterforschen leicht gemacht – Auf der Suche nach Drache, Einhorn & Co.“.
Auf kurze Clips mit Wissenschaftlerinnen und Kunstvermittlern setzt man im Haus gegenüber: Unter dem Hashtag „#NHMWienFromHome“ hält das Naturhistorische Museum etwa Infos zur Paarungszeit von Fröschen bereit – und auch ein wenig Trost: Anlässlich der aktuellen „Mond“-Sonderausstellung lernt man, dass auch Astronautinnen und Astronauten vor ihrer Reise ins All in Quarantäne müssen.

Oper und Theater nach Hause holen

Wer denkt, dass Oper für Kinder langweilig ist, der wird auf der Website des Theaters an der Wien eines Besseren belehrt. Das umfangreiche Angebot – altersgestaffelt ab fünf Jahren – reicht vom Singen mit Papagena bis zu einer Papierpuppentheater-Kurzzusammenfassung von „Fidelio“.
Theater an der Wien/Moritz Schell Vom Singen mit Papagena bis zu einer Papierpuppentheater-Kurzzusammenfassung von „Fidelio“ – das Theater an der Wien hat sich einiges überlegt
Noch mehr Oper für Kinder gibt es im MuTh: Das Konzerthaus der Wiener Sängerknaben stellt „Die Reise des kleinen Prinzen“ von Gerald Wirth nach Antoine de Saint-Exupery kostenlos zum Stream bereit.
Wirth, künstlerischer Leiter der Sängerknaben, tritt dieser Tage auch andernorts in Erscheinung: „Singen mit Gerald Wirth und Toni“ heißt die YouTube-Reihe, die zu kurzen und kurzweiligen Gesangsunterrichteinheiten lädt – für den verborgenen Sängerknaben in jeder und jedem von uns.
Die Crew des Wiener Theaters der Jugend bietet Märchen aus aller Welt – aus der Schauspielerwohnung direkt ins Kinderzimmer. Und für die angehenden Puppentheaterspielerinnen und -spieler gibt es Unterstützung vom Landestheater Linz, mit einer Bastelanleitung für eine Bühne.

Nachrichten aus dem Zoo

Seit dem Shutdown fehlen auch die Spaziergänge durch Zoos als Fixprogramm für die Kleinen. Unter dem netten Motto „Von Tier zu dir“ will der Tiergarten Schönbrunn nun ein Stück weit Abhilfe schaffen – mit der Wahl eines „Tier des Tages“ inklusive Fotos und Kurzvideos.
Meditativ und zugleich aufregend sind die Webcams vom Haus des Meeres: Mit „Haibecken Live 1“ und „Haibecken Live 2“ gibt es quasi einen direkten Draht in die Unterwasserzauberwelt des Wiener Aquariums.

Buntes Programm aus den Kinderkulturzentren

Auch in schwierigen Zeiten stellt das Team von Wien Xtra unter Beweis, dass man dort in Sachen Kinderkultur so einiges draufhat: Von diesen feinen Listen mit Bastelideen, Schreib- und Bewegungsspielen können geplagte Elternteile und unterbeschäftigte Kinder sicher wochenlang zehren.
Gute Ideen hat auch das Kinderkulturzentrum Kuddelmuddel aus Linz parat: Dort laden etwa eine Zirkusakrobatin, eine Theatermacherin und ein Breakdancer zu Moves und Puppenspiel. Und auf Programm für die Kleinsten hat sich das Eltern-Kind-Zentrum Kind & Kegel spezialisiert – jetzt auch online. Besonders empfehlenswert: das charmante Lowtech-Kasperltheater rund um das Coronavirus, inklusive animierenden Händewaschsongs.

Coronavirus-Infos für Kinder

Wie erklärt man seinen Kindern, warum die Kindergärten und Schulen geschlossen haben und die Großeltern nicht mehr kommen? Hilfreiche Unterstützung bietet da ein Video der Stadt Wien, entstanden in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe.
Größeren sei außerdem „Guida galattica al coronavirus! / Per Anhalter durch die Coronavirus-Galaxis“ ans Herz gelegt. Die von italienischen Kindermuseen entwickelte Broschüre gibt es mittlerweile in 17 Sprachen – unter anderem auf Bosnisch-Kroatisch-Serbisch, Arabisch und Englisch.

Vorlesen mit den Autorinnen und Autoren

Die Büchereien Wien haben nicht nur eine riesige Auswahl an Onlinemedien, sie haben jetzt auch ihre Lesungen auf Kinder und Jugendliche ausgedehnt. Den Anfang macht Michael Stavaric mit einem Beschwörungsspruch, der „alles in Ordnung“ zaubern kann – kein schlechtes Vorhaben in Zeiten wie diesen.
Das Kinder- und Jugendbuchfestival St. Pölten ist auf Herbst verschoben – aber online wird dort schon gelesen.

Let’s dance

Last, but not least: Von Österreichs Kindermusikerinnen ist bisher noch wenig zu hören. Der Kinderrockstar Matthäus Bär will das aber demnächst ändern, und die sympathische Truppe von KlingBim legt schon diese Woche los – jeweils auf ihren YouTube-Kanälen. Stay tuned!

 

Paula Pfoser, für ORF.at